Ankommen & Erkunden

Erkunden– die schöne weiße Stadt Sucre, die Berge rundherum die es ermöglichen von den 2800m Höhe noch höher zu steigen oder die riesigen, kunterbunten „Mercados“, die wirklich alles verkaufen. – Während wir hier in Sucre noch im Hostel untergebracht sind, bleibt noch viel Zeit übrig Sucre und die Umgebung ein bisschen zu erkunden.

Auch wenn die meisten Freiwilligen täglich einen zwei-stündigen Sprachkurs belegen und zusätzlich großzügige Haufen an Hausaufgaben aufbekommen, lassen wir uns die schöne Stadt nicht entgehen. Schließlich zählt Sucre, die Hauptstadt Boliviens, zu den schönsten Städten des Landes. Das liegt vor allem an den vielen weißen Gebäuden, die noch aus der spanischen Kolonialherrschaft stammen.

Außerdem kann man hier schwer nichts tun, da einfach immer etwas los ist. Gerade ist es hier 9 Uhr abends und ich höre aus unserem Zimmer laute Musikgeräusche von Blaßinstrumenten von einem Marsch ein paar Straßen entfernt. Um 9 Uhr abends! Auch im Hostel läuft jeden Abend über große Boxen laut Musik bis spät in den Abend hinein. Manchmal ein bisschen laut wenn man erschöpft ist und schlafen möchte, jedoch ist die Möglichkeit für einen aktiven Abend immer geboten.

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Partystimmung abends: Eine Vorführung bolivianischer Tänze in unserem Hostel. Ja die Handy-quali ist mal wieder überragend.

Tagsüber sind wir letztens einen spontan gefundenen Wanderweg zu einem schönen Aussichtspunkt und noch weiter einen Berg hochgelaufen. Bei dieser Tour und auch bei den Stadtbummel wird man oft von Streunerhunden begleitet, die hin und wieder vorbeifahrenden Motorradfahrer und sogar manchmal Autos bellend hinterher hetzen und sie anspringen. Meistens gibt es jedoch nur Auseinandersetzungen zwischen den Hunden, wenn ein bei uns mitlaufender Hund das Revier, oder die Straße anderer Streunerhunde betritt. Das Bellen wird hier sowohl tagsüber als auch nachts zum gewöhnlichen Alltagsgeräusch. Nachts fällt da die Gewöhnung doch ein bisschen schwerer.

Das Einsteigerproblem mit den Mercados

Vermutlich durch die vielen neuen Eindrücke , der neuen Umgeben und der Höhe in Sucre ist jeder ab und zu ein bisschen schlapp und träge. Jedoch erwischt es viele sogar etwas stärker mit Magen-Darm Problemen und Übelkeit. Das liegt vor allem auch daran, dass das Essen auf den eigentlich so spannenden „Mercados“ , leider nicht immer komplett gereinigt ist und auch das Leitungswasser nicht so leicht vertragbar ist. Das sollte am besten immer abgekocht sein. Die Bolivianer, die damit aufgewachsen sind haben wahrscheinlich kein Problem beim Essen und Trinken, jedoch sind wir aus Deutschland da zuerst sehr anfällig bis wir es dann auch irgendwie vertragen.

Jetzt aber genug Negatives über die Mercados, die eigentlich total cool sind. Es gibt hier drei verschiedene große Märkte auf denen wir bisher waren. Auf dem Mercado Central gibt es vor allem Massen an Gemüse, Früchten und Kräutern. Für echt günstige Preise kann man hier von Avocados bis Mangos, einheimischen Früchten und sogar Kokablätter alles kaufen. Einige Stände mit Hügeln aus Früchten bieten Säfte für umgerechnet 50ct – 1,50€ an. Meistens wird einem sogar kostenlos einmal mehr nachgeschüttet wenn man das Glas leergetrunken hat.

Kokablätter, Kokapflanze und leider Kokain

Jaja die hier typischen Kokablätter. Sie stammen logischerweise von der Kokapflanze, welche auf der ganzen Welt nur in der Natur der Anden wächst. Da diese sich über Kolumbien, Peru und Bolivien ausbreiten, sind diese drei Länder die einzigen Länder in denen Koka frei in der Natur wächst. Dementsprechend wird aber auch viel Koka in diesen Ländern angebaut, da es sich für einige Dinge gut eignet. Zuerst einmal wirken die Blätter der Pflanze, wenn man sie trocknet, gut als Medizin. Sie helfen gegen Müdigkeit, Hunger und vor allem auch gegen Höhenkrankheit. Deshalb kauen hier sehr viele Bolivianer Kokablätter bei der Arbeit um wach zu bleiben oder auf der Straße um Hunger entgegenzuwirken. Da wir natürlich neugierig waren haben ein paar von uns ein paar Kokablätter am Straßenrand gekauft und es mal selbst ausprobiert. Man nimmt die trockenen Blätter in den Mund, zerkaut sie und lässt den Klumpen zerkauter Blätter in der Backentasche. Genauso speziell wie der Konsum ist der Geschmack auch. Ein bisschen hat es uns wach gemacht, jedoch waren sonst keine großen Wirkungen zu spüren.

Leider können die Kokablätter auch anders verwendet werden und zwar zur Herstellung von der Droge Kokain. Dazu braucht es jedoch ungeheure Massen an Kokablättern und viele andere chemische Stoffe um die kleinste Menge Kokain herzustellen. Trotzdem ist die illegale Herstellung und der Handel von Kokain sehr verbreitet in den Andenstaaten.

Wann geht’s richtig los?

Das war hier lange die große Frage. Wann geht es los in unsere Einsatzgebiete? Nun haben wir von unserem gemeinsamen Mentor Aturo gesagt bekommen, dass es vermutlich am Wochenende soweit ist. Ich denke so schnell wie die ersten zwei Wochen hier vorbeigegangen sind, wird nun auch leider die letzte Woche hier in Sucre vorbeigehen. Nun heißts die letzten Tage mit der gesamten Freiwilligengruppe zusammen genießen und gespannt sein auf unsere Projekte!

Hier noch ein paar Bilder:

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Bisschen Stau: Die sogenannten Micros geraten zu den Rushour Zeiten hier genauso wie die anderen Autos in den Stau. Micros sind Stadtbusse in die man an jeder Stelle für weniger als 20ct einsteigen kann. Sie fahren meistens mit offenen Türen, man muss nur den Fahrern ein Zeichen geben und sie halten für einen an.
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Sucre by Night – mit ein paar Faxen
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Auf die Plattform geklettert und Herausforderung angenommen: Handstandpics bei Sonnenuntergang.
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Ein gopro Bild bei unserem morgendlichen Jogging nachdem wir den kleinen Berg erklommen haben.

9 Kommentare zu „Ankommen & Erkunden

  1. Lieber Jaron, mit mir hast du schon mit deinem zweiten Bericht eine treue Leserin gefunden. Es macht so viel Spaß, dich auf diesem Wege auf deinem Abenteuer zu begleiten. Ich kann mir alles so gut vorstellen, die Märkte, die Fülle an Eindrücken aller Art. Ich freue mich schon auf die nächsten Berichte. Dann bestimmt von deinem Einsatzort. Bis dahin bitte ganz viel erleben und genießen. Liebe Grüße nach Bolivia!

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  2. PS: die Fotos sind ganz toll und die bellenden Hunde zu hören ist wunderbar. Naja, wenn man sie mal nur 10 Sec genießen darf. Die ganze Nacht ist es bestimmt ganz schön gewöhnungsbedürftig.

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  3. Hi Jaron,
    Du bist ja ein richtiger Medienprofi. Sieht alles super aus und noch wichtiger: klingt alles sehr spannend. `Hab eine richtig gute Zeit dort und halte uns bitte auf dem Laufenden.
    Liebe Grüße,
    Christoph

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  4. Hola Jaron,
    Wir, Ela und Jessica, haben gerade ganz fasziniert Deine Berichte gelesen! Your writing is so colourful and full enthusiasm – we love it! …we can vividly picture what you are experiencing and are so happy for you! Jeeej! Wir warten schon ganz gespannt auf den naechsten Bericht und schicken liebe Gruesse und dicke Kuesse nach Bolivia!

    Gefällt 1 Person

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