Enspanntes WG-leben, Wanderung zu einer Ruinenstätte der Inkas & Englischunterricht bei motivierten Schülern

In unserer fünfer-WG herrscht immer noch ein entspanntes Klima, auch wenn man manchmal ja doch aufeinander rumsitzt. Das ist jedoch nur halb so schlimm wie es klingt, denn jeder hat immer irgendwie was zu tun und macht sein eigenes Ding. Jedoch ist mir mittlerweile aufgefallen, dass durch die Unterkunft in einer WG, man langsamer spanisch lernt, da man sich immer wieder auf Deutsch unterhalten kann. Ich bemerke bei mir selbst, dass ich viel schneller neue Ausdruckweisen und Wörter lerne, wenn ich eine längere Zeit nur von der spanischen Sprache umgeben bin, als wenn ich, so motiviert auch immer, Vokabeln zuhause lerne. Deshalb versuche ich seitdem etwas intensiver ein paar neue Kontakte zu knüpfen, um mein Spanisch besser zu trainieren und einfach auch um ein paar neue Leute mal kennen zu lernen. Man kommt nämlich schnell in Versuchung einfach in der WG zu bleiben und mit den WG-Mitgliedern etwas zu unternehmen.  

Mit meinen Mitfreiwilligen mal was zu starten muss aber natürlich auch mal sein. Zusammen mit ein paar anderen Freiwilligen aus anderen Städten haben wir zum Beispiel einen Wochenendausflug nach Samaipata gemacht, welches eine Stadt ist von der aus wir zu einer Ruinenstätte der Inkas hochwandern konnten. Diese wird „El fuerte de Samaipata“ genannt (übersetzt: Die Festung von Samaipata) und zeigt einige Gebäudereste aus Stein auf einem Hügel von fast 2000m Höhe über dem Meeresspiegel. Der Ausflug war echt cool, auf dem Rückweg sind wir noch an drei großen Wasserfällen vorbeigefahren um uns eine Naturdusche zu gönnen.

  

Außerhalb unserer Freiwilligenarbeit, haben wir von einer Schule hier in Camiri das Angebot bekommen neben unserer Arbeit etwas Englischunterricht geben zu können. Obwohl ich echt Lust darauf hatte, war mir das etwas zu viel, zumal mich noch die Arbeit in der minioptica zukünftig erwartete (s. Beitrag: Lentes Al Instante). Leoni, jedoch, sagte zu und gibt seitdem zwei Mal die Woche 2 Stunden Englischunterricht und es macht ihr echt Spaß. Als sie für eine Woche zu ihrer Gastfamilie in die USA geflogen ist, habe ich die Chance genutzt, mal auszutesten wie es ist dort zu unterrichten und habe die Unterrichtsstunden während ihrer Abwesenheit übernommen.

Ich unterrichtete ca. 12 Schüler im Alter von 10-14 die Englisch Basics. Obwohl es mir sehr Spaß machte und die Schüler für ihr Pubertätsalter echt motiviert waren mehr zu lernen, entschied ich mich dagegen neben dem Krankenhaus und der Minioptica noch als Lehrer zu arbeiten, denn das hätte einfach den Rahmen gesprengt. Allerdings wurde von den Schülern erwünscht, die einem schon nach einer Woche echt schnell ans Herz gewachsen waren, dass ich bei einer am Wochenende stattfindenden Schulparty mit dabei sein soll, an der sie teilweise etwas aufführten. Leoni war mittlerweile auch wieder aus den USA zurückgekehrt und hatte mit den Schülern ein paar Lieder eingeübt, die sie vorsingen würden. Da Leoni mit einem der Schüler „Shape of You“ von Ed Sheeran vorsingen würde, fragte sie mich ob ich denn nicht bitte mitsingen könnte. Also schaute ich mir noch bei Beginn der Veranstaltung den Text des Liedes an und trat spontan mit auf. Auch wenn es so um die hundert Gäste waren, war es nicht so schlimm, dass ich den Text nicht 1A konnte, da das Lied im Hintergrund lief und wir nur mit Mikrofon darüber sangen. Trotzdem war das echt aufregend und machte einen Heidenspaß. 

Soo, das waren so die bewegendsten Erlebnisse der letzten Wochen. Mittlerweile sind wir in der WG drauf und dran so gut wie es geht hier in der brühenden Hitze bei 35 Grad eine Weihnachtsstimmung aufzubauen. Einen aus Weinflaschen selbstgebauten Weihnachtskranz haben wir sogar schon  (hier gibt’s keine Tannen) und auch in der Stadt und bei mir im Krankenhaus wurde schon echt viel weihnachtlich dekoriert. Sehr lustig ist, dass hier an Weihnachten so viel geböllert wird, wie bei uns in Deutschland an Silvester. Bereits seit mehreren Tagen werden hier Feuerwerkskörper verkauft und man hört schon ab und zu ein paar Raketen in die Luft gehen.

Wie bereits erwähnt werde ich die nächsten drei Wochen ein bisschen die Zeit nutzen mit andern Freiwilligen quer durch Bolivien zu reisen. In La Paz werden wir zu siebt Weihnachten auf ca. 4000 Höhenmetern feiern, dass kann spannend werden.

Nach dem Reisen werde ich bestimmt tausend neue Eindrücke und Bilder haben, die ich dann gerne mit euch teilen werde! Ich hoffe mein Bericht war mal wieder spannend zu lesen, sowohl auf positive als auch negative Rückmeldung freue ich mich immer. Ich wünsche euch noch eine schöne Weihnachtszeit und einen schon baldigen guten Start ins neue Jahr!

 

 Hier noch ein paar Eindrücke aus Camiri von den letzten zwei Monaten: 

Wandertour am Wochenende:

RSCN7482
Die Sicht von unserem erreichten Gipfelpunkt – mit Schmetterling.

Camiri, erkundet mit einer Drohne:

Mhh lecker, Essen fassen:

 

Das war’s, bis zum nächsten mal!

 

 

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